Erwachsenenfirmung im Regensburger Dom

Pfingsten im Regensburger Dom St. Peter ist immer ein Ereignis, das viele Menschen zusammenführt. 44 Erwachsene empfingen heuer am Pfingstsonntag die Firmung von Bischof Rudolf Voderholzer. Sie dürfen und sollen damit – so erklärte Bischof Voderholzer es – mitwirken an der Verbreitung der frohen Botschaft Jesu Christi.

„Ich danke Ihnen schon jetzt herzlich für Ihr Zeugnis“, stellte Bischof Rudolf Voderholzer schon gleich in seiner Begrüßung zu Beginn des Pontifikalamts heraus. Die vorherrschende Farbe an diesem Tag war Rot – nicht nur am Altar, sondern auch in den Reihen der Besucher war die Farbe an vielen Kleidungsstücken zu sehen. Bischof Rudolf stellte den Bezug zu Pfingsten her: Rot sei die Farbe des Feuers, des Blutes, der Liebe, und alle das würden wir mit der Kraft des Heiligen Geistes verbinden.

Unter den 44 Firmlingen waren in diesem Jahr viele verschiedene Nationalitäten vertreten. Bischof Voderholzer griff das in seiner Predigt auf. Die Kirche sei nicht ein kleiner privater Zirkel, sondern Kirche sei allumfassend und universal. „Alle Völker, Sprachen und Nationen gehören zu ihr. Niemand ist ausgeschlossen.“ Jeder dürfe sich aufgehoben wissen in der Kirche als dem Volk, in der es keine Fremden und eigentlich auch keine Ausländer geben könne. Am heutigen Tag könnten wir miterleben, wie wir alle zu einer Gemeinschaft integriert werden, in der die Grenzen der Sprache und er Herkunft aufgehoben werden. Im Heiligen Geist würden alle geeint.

Der Regensburger Bischof sprach auch das aktuelle Weltgeschehen an. In einer immer mehr zusammenwachsenden und gleichzeitig immer mehr von Extremisten und Nationalisten bedrohten Welt „kommen wir nicht umhin, festzustellen, dass wir gegenwärtig nichts nötiger haben als dieses von Gott geschenkte Modell der Einheit der Menschheit.“ Und zwar in der universalen und weltumspannenden Kirche.

Bevor die Firmbewerber vom Regensburger Bischof das Sakrament der Firmung empfingen, sprach er sie in der Predigt noch einmal direkt an: „Sie sind nun nicht länger Laien in dem Sinne, dass sie sich nicht auskennen, sondern sie sind berufen und befähigt, zu beten. Für andere, aber auch, um vorzubeten.“ Bischof Rudolf richtete seine Bitte an die Firmbewerber, sich das Gotteslob zu eigen zu machen. Ab jetzt dürften – und sollten – sie mitwirken an der Verbreitung der frohen Botschaft. Christ sein heiße immer, ein Schüler unseres Herrn Jesus Christus zu bleiben. Der Heilige Geist stärkt uns dazu.

Von Bischof Voderholzer ging auch der Appell an alle, Verantwortung zu übernehmen. Der Heilige Geist stärke die natürlichen Gaben, die wir als Menschen empfangen haben. Gut singen zu können oder zuhören, philosophisch gebildet sein oder schlicht gut Pizza backen zu können – jeder fördere Gemeinschaft auf seine Weise und bringe Menschen zusammen. Und diese Gemeinschaft hätten wir nötig. „Christ wird man nicht für sich selber, sondern ganz besonders und zuerst für andere.“

Nach der Predigt rief Bischof Voderholzer die Firmbewerber und ihre Paten nach vorne. Nacheinander legte er ihnen die Hand auf und salbte sie mit dem heiligen Chrisam-Öl, dabei nannte er jeden einzelnen Firmling beim Namen.

Firmlinge, Paten und Angehörige trafen anschließend noch im Regensburger Kolpinghaus zusammen. Hier überreichte Bischof Rudolf den Firmlingen die Firmurkunde und eine Ausgabe des „Docat“. Er nahm sich die Zeit, jeden persönlich aufzurufen und ihnen seine Glückwünsche auszusprechen. Und obwohl der Regensburger Bischof knapp in der Zeit war, gelang es ihm, auch noch für persönliche Fotos mit allen Firmlingen bereitzustehen, die den Wunsch dazu äußerten.